Der 9. Jahrgang der Goetheschule hat heute einen Ausflug zum Ballhof-Theater in Hannover unternommen.
Beton, Licht, Ton, schräge Formen, Live-Videoimpressionen und viel Stoff zum Nachdenken präsentierten vier Schauspielerinnen und Schauspieler des Ballhof-Theaters. Der Bezug zu Hannover war klar zu erkennen, der Betonklotz, weithin sichtbar im Licht der untergehenden Sonne. Ein besonderer Ort, der als moderne Wohnlandschaft begann, RAF-Terroristen Unterschlupf, vielen Menschen einen Lebensraum, ein Zuhause bot und von manchen auch als ein Schandfleck in Hannover angesehen wird. Eins ist Hannovers Betonklotz immer: ein Ort wo ein Leben gelebt und beeinflusst wird, ganz egal in welche Richtung sich dieses Leben entwickeln wird. Auch wenn der Klotz im Stück nie mit einem Namen versehen wurde, waren die Parallelen zum hannoverschen Ihme-Zentrum deutlich zu erkennen.
von Frau Dittmann
Quadratisch, praktisch, gut?
Äußerst fraglich…
Aber ein Stein des Anstoßes ist es allemal – das Ihmezentrum.
Ganz Hannover stößt es seit Jahrzehnten beständig vor den Kopf.
Es nervt und protzt sich hemdsärmelig und ungestüm ins eigentlich recht idyllische Stadt-Land-Fluss-Bild zwischen Calenberger Neustadt und Linden.
Alles abreißen und auf den Ruinen tanzen? Würde das wohl Hannovers Jugend gefallen?
Oder bilden das harte Pflaster und der raue Wind zwischen den Blöcken an der Ihme genau die packende Großstadtkulisse, die man braucht, wenn man als Jugendlicher um die Häuser zieht und wenn das Feuer im Herzen noch nicht auf den optimalen Dauer-Brennwert herunterreguliert wurde?
„Betonklotz“ bietet eigene Antworten auf diese Fragen. Rau, derbe und verstörend fallen die Antworten bei dieser Inszenierung im Ballhof aus. So hart und unangenehm wie der Betonklotz selbst auch vielen Hannoveranern erscheinen mag.
Aber so wie manch großes Kunstwerk erst durch Schweiß und Tränen entstand, so deutet auch diese Inszenierung in ihren besten Momenten an, dass das Pflänzchen namens Poesie (hier Rap und Gesang) auch in Betonwüsten erblühen kann und dass auch ein Betonklotz und dessen beherzt schauspielende „Bewohner“ von unseren Schülerinnen und Schülern des 9. Jahrgangs mit Applaus bedacht werden können.
von Herrn Doepel


