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Von Bienen, Blumen und Schokolade…

Ein Leben ohne Schokolade wäre für die meisten von uns ganz schön traurig, oder? Auch die Schüler und Schülerinnen aus der Notbetreuung wurden von dieser Vorstellung aufgeschreckt und engagierten sich eifrig in einem kleinen Umweltprojekt. Mit Hingabe bastelten sie Nisthilfen für Wildbienen, und übernahmen die jährliche Pflege des schuleigenen Wildbienenhotels.

Aber was haben die Bienen eigentlich mit dem „Wundermittel“ Schokolade zu tun, das uns allen von Zeit zu Zeit so viel Freude bereitet, ein Lächeln auf die Gesichter zaubert, und es vermag, bei kleinen Sorgen bis hin zu großem (Liebes-)kummer Trost zu spenden?

Ganz einfach: Es ist die Bestäubung. „Die Bienchen und die Blümchen…“: Was es mit denen auf sich hat, kennen wir alle aus dem NW-Unterricht. Aber nicht nur die beliebten Honigbienen sind wichtige Bestäuberinsekten. Auch ihre unbekannteren Verwandten, die Wildbienen sowie Hummeln, und viele weitere Insekten spielen eine große Rolle bei der Bestäubung von Pflanzen. Fehlen sie, gerät die Natur aus dem Gleichgewicht, und auch die Landwirtschaft bekommt enorme Probleme.

So ist die Bestäubung der Blüten der Kakaopflanze die Grundlage der weltweiten Schokoladenproduktion. Zugegeben: Hier sind keine Bienen am Werk, sondern winzige Mücken, die durch ihren kleinen Körperbau perfekt in die schmalen Blütenköpfe der Kakaopflanzen passen. Aber das Prinzip der Bestäubung ist überall gleich. Daher ist auch im beschaulichen Barsinghausen der Schutz von Bestäuberinsekten von großer Bedeutung, denn in unseren gemäßigten Breiten sind mehr als drei Viertel (!) aller Nutzpflanzen in der Landwirtschaft von der Insektenbestäubung abhängig. Ohne die fleißige Arbeit von (Wild-)bienen, Hummeln, Schmetterlingen und Co. würde es also viele Lebensmittel in den Supermärkten schlicht und einfach nicht mehr geben. Darunter übrigens zahlreich beliebte Leckereien, die sich zum Naschen eignen, wie beispielsweise Beerenfrüchte oder Kirschen.

Somit sicherten die engagierten Schülerinnen und Schüler zwar nicht direkt den Erhalt unserer Schokoladenbestände, aber sie leisteten mit ihren nachhaltigen Mühen einen wertvollen Beitrag dafür, dass wir im Sommer genüsslich in eine saftige Erdbeere beißen können, heiße Kirschen auf dem Vanilleeis finden und im Herbst knackige Äpfel im Korb.

Die ersten Wildbienenmännchen warten übrigens schon ungeduldig und sehnsüchtig auf die bald ebenfalls schlüpfenden Wildbienenweibchen (siehe Foto), aber ließen sich von den fleißig werkelnden Schülern nicht stören. Vielen Dank an die Schülerinnen und Schüler der AG „Lebenswelt Natur“, deren tolle Nisthilfen nun – aufgrund von Corona leider auf etwas verschlungenen Umwegen – ihren Platz im Wildbienenhotel gefunden haben, und an Herrn Otto und Frau Dr. Ammersdörfer für die Organisation.

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