Veröffentlicht in Schülerengagement

Schülersprecher Interview


Episode I: Die Schülersprecher Michael und Julia

> Was habt ihr nach der KGS vor?

Die Schülersprecher der KGS Goetheschule Barsinghausen, Michael (10R1) und Julia (9G2) waren so freundlich, sich mit Frau Naumann zusammen zu setzen, um ein bisschen von ihrem Alltag, ihren Zukunftsplänen und ihrer Arbeit als Schülervertreter zu erzählen.

J: Ich bin auf dem Gymnasialzweig und möchte nach der KGS mein Abitur auf einer anderen Schule weiterführen. Ich bin zwar noch nicht im Abschlussjahrgang, aber ich denke, dass ich darauf gut vorbereitet werde.

M: Ich möchte meine Ausbildung zum Automobilkaufmann bei Mercedes machen, darum arbeite ich daran, dass mein Zeugnis picobello aussieht (lacht). Ich mache kein Abi und studiere nicht, weil ich das für den Beruf nicht brauche. Mein eigentliches Ziel ist es, mein eigenes Unternehmen aufzumachen. In meiner Ausbildung bekomme ich sehr viel über Betriebswirtschaft mit und das ist eine vorteilhafte Sache für den späteren Unternehmensverlauf. Ob das in der Autobranche sein wird, weiß ich noch nicht, weil das Klima ja auch weiterhin Thema sein wird, aber ich möchte auf jeden Fall etwas Eigenes.

> Hast du das Gefühl die KGS hat dir gut dabei geholfen den Weg zu finden?

M: Ja, die KGS hat mir durch die Selbstanalysen sehr geholfen. Ich habe mich auch in meiner Freizeit mit mir beschäftigt, aber das habe ich hier in der Schule das erste Mal gehört: ‘sich selbst analysieren’. Klingt am Anfang komisch, aber die eigenen Stärken und Schwächen herauszufinden und dann zu schauen ‘was kann ich damit machen’, ‘was kann ich mitnehmen’, das hilft.

> Hat euch die KGS geholfen an euren Stärken zu arbeiten?

M: Ja.

J: Bei mir auch. Ich habe mich schon immer mit meiner Zukunft beschäftigt und bei mir stand fest, dass ich gerne Abitur machen würde, aber ich wusste nicht in welche Richtung ich danach gehen und was ich gerne studieren würde und da hat mir vor allem auch meine Klassenlehrerin sehr weitergeholfen.

> Kommen wir zu eurer Arbeit als Schülersprecher. Was hat euch motiviert Schülersprecher zu werden und was motiviert euch als Schülersprecher?

J: Ich bin ein sehr offener Mensch und helfe gerne. Ich frage gerne nach, wenn ich etwas nicht verstehe und war auch schon Klassensprecherin, was mir aber noch nicht ganz gereicht hat.

M: Ich bin ein Mensch, der sehr offen ist und sich gut ausdrücken kann. Ich verstehe die Leute und kann mich gut in sie hineinversetzen, bin also sehr empathisch. Mich motiviert der Gedanke, von der Schule und von allem was passiert, viel mitzubekommen, weil ich ein neugieriger Mensch bin. Wer nicht fragt, der weiß nichts. Dann den Schülern davon zu erzählen und ihnen das beizubringen, damit sie daran teilnehmen können, finde ich wichtig. Außerdem möchte ich die Schule verbessern und zu einem besseren Ort machen, an den die Schüler mit dem Willen kommen, zu lernen.

>Woran arbeitet ihr als Schülersprecher gerade?

M: Wir wollen die Schule umweltfreundlicher machen. Klimawandel ist ja ein großes Thema. Dann arbeiten wir noch daran, die Schule digitaler zu machen.

J: Wir Beide haben erst kürzlich am Klimagipfel teilgenommen, auch wenn das leider nur digital möglich war.

M: Generell arbeiten wir am respektvollen Umgang und Miteinander der Schüler. Es ist sehr, sehr wichtig für das Schüler-Klima und die allgemeine Atmosphäre, dass die Schüler lernen wie man miteinander umgeht. Deswegen sind auch die Klassensprecher wichtig, denn sie sollen das weitergeben.

> Wie sieht eure Zusammenarbeit mit den Klassensprechern in der Praxis aus?

J: Wir setzen uns regelmäßig zusammen und besprechen, was wichtig ist.

M: Ich als Schülersprecher kann entscheiden, wann ich eine Konferenz einladen will. Zum Beispiel haben wir Freitag eine Konferenz, wo ich das Klima ansprechen will. Ich will den Klassensprechern erst mal verdeutlichen, WARUM wir etwas tun sollten und sie zum nachdenken bringen. Wenn sie das getan haben, sollen sie das natürlich auch weitergeben und den Schülern zeigen, dass es besser geht. Außerdem sprechen wir generell über Rechte: welche Rechte ich als Schülersprecher habe oder welche Rechte sie als Klassensprecher haben und was sie tun können.

> Hat sich durch euren Einsatz für die Schülerschaft euer Schulalltag verändert?

M: Er ist stressiger geworden. Ich komme zur Schule um zu lernen und mache hier keine Dinge, die mich nicht weiter bringen. Ich nutze auch mal die Pausen um zu lernen oder etwas zu erledigen. Man hat nicht so viele Pausen und muss auch mal nach der Schule etwas länger bleiben – so wie wir jetzt. Man tritt auch häufig mit der Schulleitung in Kontakt und ist an vielen Stellen dabei. Das kann nicht immer im Unterricht erledigt werden, das macht man auch oft in der eigenen Freizeit.

J: Man sollte es auf jeden Fall wirklich wollen, denn es geht viel Zeit in den Pausen und in der Freizeit weg. Man verpasst auch mal Unterrichtsstoff und muss bereit sein das alleine nachzuholen – ohne Lehrer.

M: Man muss ja trotzdem vorbereitet zum Unterricht kommen.

> Wie ist das im Zusammenleben mit den Mitschülern?

J: Sie wissen, dass sie sich mit Fragen gerne an mich wenden können, dass ich immer für sie da bin und gerne anderen helfe. Ich teile ihnen wichtige Informationen mit und bin ansprechbar.

M: Wenn man in der Pause ist, wird man gesehen. Die anderen Schüler wissen, wer Schülersprecher ist und durch Corona sieht man viele der Mitschüler seltener, aber sie wissen, dass wir immer für sie da sind.

> Welches Erlebnis hat euch auf der KGS am meisten beeinflusst?

J: Mich hat am meisten beeinflusst, Schülersprecher zu werden. Das hat mich sehr viel selbstbewusster und selbstständiger gemacht.

M: Die Klassenfahrten. Sie waren gut geplant und organisiert, man hat seine Mitschüler besser kennengelernt, in einem ganz anderen Umfeld.

[> Durch Corona steht eure aktuelle Klassenfahrt [die Klassenfahrt der 10.Klassen Ende des Schuljahres 2020/2021, Anm. der Red.] ja leider auf der Kippe. Wie wäre das für euch, wenn die Klassenfahrt nicht stattfinden könnte?

M: Ich hoffe sehr, dass sie nicht abgesagt wird, denn ich freue mich sehr darauf. Wir wollen nach Kroatien fahren und ich kenne viele der Mitschülerinnen und Mitschüler, die dabei wären, darum wäre ich traurig, besonders weil man nicht so oft ohne Eltern ins Ausland fährt.]

> Woran werdet ihr euch gerne erinnern, wenn ihr die KGS verlasst?

J: An alle Freunde, die ich hier gefunden und die Menschen, die ich hier getroffen habe. Auch an die Lehrer, die mich immer unterstützt haben auch wenn ich nicht immer die beste Motivation hatte. Sie haben nie den Glauben an mich verloren.

M: Genau. Ich werde mich auch an die Lehrer erinnern, die mich in meiner schulischen Karriere sehr vorangebracht haben und immer an mich geglaubt haben. Und natürlich an die Klassenfahrten und die Mitschüler. An die Fehler aus denen man gelernt hat und WAS man daraus gelernt hat.

> Welchen Tipp wollt ihr den jüngeren Schülerinnen und Schülern der KGS geben?

J: Dass sie die Hausaufgaben machen. (lacht)

M: Auf jeden Fall immer die Gesprächsregeln einhalten und den Unterricht nicht stören! (lacht) Aber auf jeden Fall sehr fleißig in der Schule zu sein. Die Lehrer haben nichts damit zu tun, man muss das für sich selbst machen. Man geht ja nicht immer mit dem Gedanken in die Schule, dass man was lernen will und das gebe ich den Schülern mit: dass sie ihr Mindset umdenken und für SICH in die Schule gehen. Das ist im späteren Berufsleben wichtig. Dass sie gut im Unterricht zuhören, denn es gibt vieles was man im späteren Leben braucht. Und dass sie schulisch engagiert sind, denn es gibt hier viele Möglichkeiten, sich einzubringen.

> Was sollten Grundschüler und ihre Eltern unbedingt über die KGS wissen wenn sie sich für eine Schule entscheiden müssen?

M: Wir haben hier sehr viele Aktivitäten – auch AGs genannt- von Bands zu IT wie Roboter bauen und steuern, Informatik… wir haben eine sehr große Auswahl. Außerdem kann man durch Ämter in der Schule aktiv werden: man kann Schülersprecher werden, Konferenzvertreter sein, Klassensprecher, Umweltdienst… Ich hatte in der 6. Klasse meine eigene AG, die ‘Parcour-AG’, man kann an dieser Schule also auch seine eigenen Ideen verwirklichen.

J: Ich bin Michaels Meinung. Hier ist für jeden was dabei und man wird immer unterstützt.

M: Schülerinnen und Schülern mit Schwächen wird an dieser Schule sehr geholfen. Wir haben Vertrauenslehrer, wir Schülersprecher sind ebenfalls für jeden Schüler ansprechbar und können jeden Schüler vertreten. Die meisten Lehrer versuchen mit den Schülern zu besprechen, wie man sich verbessern kann, wenn man Fehler gemacht hat. Deswegen sage ich auch, dass ich mich immer daran erinnern werde wie die Lehrer mich unterstützt haben.

> Gibt es noch etwas, dass ihr betonen möchtet?

M: Die Schule macht auch sehr viel und sehr gute Berufsvorbereitung. ProBeruf und die Berufsanalyse, wo man in die Praxis kommt und viele Praktika macht… so habe ich mich auch selber noch zum großen Teil besser kennen gelernt. Sie haben mir wirklich weitergeholfen.

J: Ich würde den Eltern der Grundschüler gerne sagen, dass man hier sehr nett aufgenommen wird. Ich weiß noch, als ich hier auf die Schule gekommen bin und keine Freunde hatte, kannte ich mich hier überhaupt nicht aus und wurde sehr nett empfangen. Die Lehrer waren immer für mich da und ich konnte immer nachfragen.

M: Es macht viel Spaß an der KGS zu sein. Wenn ich jetzt so zurückdenke… die Konzerte… selbst wenn man nicht selbst dabei ist, kennt man jemanden, der da beteiligt ist und dann geht man natürlich auch hin um zuzusehen. Man hat hier einen guten Schüleralltag.

J: Es gibt auch viele Möglichkeiten für Leute, die mit Informatik nicht so vertieft sind. Ich habe damals zum Beispiel den Wahlpflichtkurs gewählt, da hatte ich ein halbes Jahr lang Informatik und das hat mir sehr geholfen. Oder man wählt den Wahlpflichtkurs ‘Bilingual’ und hat Geschichtsunterricht auf Englisch.

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